Nein heißt Nein!

Veröffentlicht am 08.06.2016 in Presse

Bei der Medienberichterstattung über die mutmaßliche Vergewaltigung von Gina-Lisa Lohfink ist ein erschreckend alltäglicher Vorgang wieder besonders sichtbar geworden. Der beschämende Versuch eine Frau, die mutmaßlich Opfer eines Verbrechens gegen die sexuelle Selbstbestimmung und die körperliche Unversehrtheit geworden ist, in der Öffentlichkeit zu diskreditieren.

Anstatt klar zu machen, dass das Verhalten des Täters nicht zu tolerieren ist, werden Entschuldigungen für sein Verhalten gesucht. Es sind die altbekannten Vorwürfe, die Frau habe durch ihre Kleidung oder ihr vermeintlich unmoralisches Verhalten den Täter gereizt oder ihm seine Tat erst ermöglicht. Am Schlimmsten wiegt der Vorwurf, die Frau sei doch mit allem Einverstanden gewesen und habe es sich erst im Nachhinein anders überlegt, um Aufmerksamkeit zu erreichen.

Diesen oder ähnlichen Vorwürfen sehen sich auch heute noch viele Frauen ausgesetzt, die eine Vergewaltigung öffentlich machen und zur Anzeige bringen. Auf diese Weise wird die Frau in der Öffentlichkeit zur eigentlichen Täterin gemacht, die ihren Peiniger angeblich auf hinterlistige Art in die Falle gelockt hat.

Wir, die Jusos aus Stadt und Land Passau, wehren uns gegen eine solche Relativierung der Geschehnisse.

In jeder Auseinandersetzung mit diesem Thema müssen Täter und Opfer klar benannt werden. Eine Frau ist nicht Schuld, wenn ihr sexuelle Gewalt angetan wird. Schuld ist immer der Täter, der das sexuelle Selbstbestimmungsrecht und die körperliche Unversehrtheit der Frau nicht achtet. Schuld ist immer der Täter, der das Nein einer Frau nicht gelten lässt.

 

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